Titelbild: Beispielbild Pixabay Auschwitz
Hans Weidel war der Großvater von Alice Weidel, der bekannten deutschen Politikerin und Vorsitzenden der Alternative für Deutschland (AfD).
Er war ein Jurist, der während der Zeit des Nationalsozialismus eine bedeutende Rolle spielte. Hans Weidel trat Ende 1932 der NSDAP bei und wurde im Januar 1933 Mitglied der SS. Ab Juli 1941 war er als Militärrichter bei der Kommandantur Warschau tätig und stieg 1944 zum Oberstabsrichter auf, eine Beförderung, die direkt von Adolf Hitler genehmigt wurde.
In dieser Funktion war er Teil der NS-Militärjustiz, die etwa 50.000 Todesurteile verhängte, von denen über 20.000 vollstreckt wurden. Nach dem Krieg wurde mehrfach gegen ihn ermittelt, jedoch kamen die Verfahren nicht zur Anklage.Alice Weidel hat angegeben, dass sie von der NS-Vergangenheit ihres Großvaters nichts gewusst habe. Sie erklärte, dass es aufgrund familiärer Spannungen keinen Kontakt zu ihm gab und er in ihrer Familie kein Thema war.
Hans Weidel starb 1985, als Alice sechs Jahre alt war.
Alice Weidel hat sich öffentlich von der NS-Vergangenheit ihres Großvaters Hans Weidel distanziert, allerdings nicht in Form einer ausführlichen oder wiederholten Auseinandersetzung mit dem Thema.
Als die Informationen über seinen Werdegang als Militärrichter und seine Mitgliedschaft in NSDAP und SS im Rahmen eines Buches von Jens Mecklenburg im Jahr 2022 öffentlich breit diskutiert wurden, äußerte sie sich dazu. Sie erklärte, dass sie von seiner Vergangenheit nichts gewusst habe, da es in ihrer Familie keinen Kontakt zu ihm gab und er kein Gesprächsthema war.
Ihre Distanzierung blieb jedoch eher faktenbasiert und nüchtern; sie ging nicht aktiv in eine öffentliche Debatte oder eine tiefere Auseinandersetzung mit seiner Rolle im Nationalsozialismus ein.
Kritiker haben bemängelt, dass sie die Gelegenheit nicht genutzt habe, um ein stärkeres Zeichen gegen die Ideologie des NS-Regimes zu setzen, insbesondere angesichts ihrer prominenten Position in der AfD. Weidel selbst scheint das Thema als abgeschlossen zu betrachten und verweist darauf, dass es sich um eine familiäre Vergangenheit handelt, auf die sie keinen Einfluss hatte.