Cold Case Crime

Hatte der mutmaßliche Göhrde-Mörder Wichmann Komplizen?

Lauenburg an der Elbe, kasaan media, 2016

Unheimliche Schatten

Hatte der 1993 durch Suizid in Haft zu Tode gekommene, mutmaßliche Göhrde-Mörder Kurt-Werner Wichmann Helfer?

Bei dem Mord an dem letzten Paar im Göhrdewald, 1989, tauchte ein Mann auf, dessen spätere Beschreibung nicht auf die Wichmanns passte. Das Foto geisterte Jahre als Phantombild, nunmehr als eines möglichen Zeugen, durch die Fahndungsaufrufe der Polizei.

Phantomzeichnung des mutmaßlichen Täters von 1989, LKA Hannover
Phantomzeichnung des mutmaßlichen Täters von 1989, LKA Hannover

Es ist davon auszugehen, dass er bei einem Teil seiner Taten Komplizen hatte, die ihn bei den Handlungen unterstützten. So sollen auch DNA-Spuren an Trägern gefunden worden sein, die mit Wichmanns nichts zu tun hatten. Aus dem Gesamtsachverhalt ergab sich, dass Wichmann mit einem seiner eigenen Fahrzeuge in die Göhrde gefahren war, jedoch mit dem seiner mutmaßlichen Opfer zurückgekehrt war.

Daher mag die Frage auch erlaubt sein, ob die möglichen Komplizen Wichmanns noch tätig sind?

Führt das mittlerweile als sonderbares Verschwinden der Familie Schulze aus Drage an der Elbe, als erweiterten Selbstmord zu den Akten gelegte Mysterium der Mutter und der Tochter Schulze vielleicht zu Komplizen Wichmanns?

Das würde bedeuten, dass die Täter noch leben und aktiv wären. Eine Spur führte die Ermittler im vorletzten Jahr zu einer Spur nach Lauenburg an der Elbe.

Die Spuren Wichmanns führen ins rechtsradikale Milieu. Das ist nicht erst seit der aufsehenerregenden Reportage des NDR über den Bruder eines der Opfer Birgit Meier, den ehemaligen Chef des LKA Hamburgs, Wolfgang Sielaff, bekannt.

In dem geheimen Zimmer von Kurt-Werner Wichmann waren in dessen ehemaligem Anwesen nebst Pornos, Unmengen an Nazi-Lektüre gefunden worden.

Auch blieb die Frage offen, warum der tapfere Wolfgang Sielaff Jahre (!) benötigte, um die Staatsanwaltschaft in Lüneburg von seiner Spur zu überzeugen.

Wichmann war auf Menschenjagd gegangen

Die Spur, die die Kripo verfolgte, ging auch in Richtung der möglichen Mittäter des mutmaßlichen Serienmörders Kurt-Werner Wichmann. Der posthum Verdächtigte soll an zahllosen Straftaten beteiligt gewesen sein. Die Spuren führen in das rechtsradikale Milieu in den 1980er Jahren, wie zu der NÜB und einer weiteren Wehrsportgruppe aus der Gegend von Lüneburg. Später wurden im Göhrdewald militärische Übungen und Überlebenstraining durch die Nazigruppen konzipiert. Zu diesen Nazigruppierungen gab es zahllose Anfragen im Deutschen Bundestag.

Wer war die NÜB (Nothilfetechnischen Übungs- und Bereitschaftsstaffel e.V.) ? Rein aus paramilitärischen Gründen wurde sie wohl nicht gegründet. In diesem Zusammenhang soll es auch zahlreiche Überfälle und andere Straftaten gegeben haben. Die NÜB veranstaltete Übungen, um Krieg zu spielen. Zahlreiche Hinweise gab es wohl auch auf die Waffen, die Wichmann besass und aus dem rechtsradikalen Milieu stammten.

Da die Polizei Jahre lang auf dem rechten Auge, gerade in Lüneburg und im gesamten Landkreis Harburg blind gewesen ist, verwundert es nicht, dass die Ermittlungen nach den Komplizen von Kurt-Werner Wichmann auf der Stelle treten. Jahre später den Komplizen etwas nachzuweisen, entbehrt jeglicher Grundlage, da die NÜB drei Jahre vor dem Suizid Wichmanns aufgelöst wurde. Der “Gauleiter” Jürgens, von eigenen Gnaden, verzog 1990 in die damalige DDR. Der abscheuliche Nazi und Jurist Jürgen Rieger war im Hintergrund der Strippenzieher der braunen Bruderschaften, die sich als Wehrsportgruppen in der südlichen Lüneburger Heide bei Hetendorf und der nördlichen Heide bei Handorf niedergelassen hatten. Eine weitere militärisch illegale Einheit hatte sich in Steinwurfnähe von dem ehemaligen Anwesen Wichmanns unter dem späteren “Gauleiter” Manfred Börm in Handorf gebildet.

Nicht zu klären war, ob die Polizei noch weitere Opfer der Menschenjäger in der angrenzenden Elbmarsch oder Lüneburger Heide vermutet. Auch war nicht zu klären, ob es wahr ist, dass die örtlich zuständigen Behörden bereits ab Mitte der 1990er Jahre in Kenntnis der Zusammenhänge über die Serienmorde waren und die damals existierenden Hinweise schlicht nicht ernst nahmen, oder viel schlimmer noch die Ergreifung der Täter quasi vereitelten.

Hierzu soll es aber ab Mitte der 1990er Jahre die Akte mit dem biblischen Namen “Absalon” gegeben haben. Leider war die “EG Göhrde” für eine telefonische Stellungnahme nicht zu erreichen.

Kurzzusammenfassung

Was weiss man über die Komplizen des mutmaßlichen Serienmörders Kurt-Werner Wichmann?

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