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Michael Kretschmer: “Nicht nur die Staatlichen Kunstsammlungen wurden bestohlen, sondern wir Sachsen!”

Pretiosensaal, Zustand 1904

Sachsen beklaut – für die Diebe eher schlimm

Man will es nicht glauben, die Methode erinnert an Rififi, ein unglaublich dreistes Stück eines Raubes von Schmuck, der Millionen damals in die Kinos brachte. Aber nun ist es das “Grüne Gewölbe” in Dresden, in das sich augenscheinlich irgendwelche Insider Eingang verschafften. Wahrscheinlich ist das der größte Kunstraub nach dem Zweiten Weltkrieg, der den Tätern am Montag in den frühen Morgenstunden drei Juwelengarnituren in die Hände fielen ließ.

Der Wert des Schatzes geht in die Milliarden. Es ist der einmalige Schatz der Wettinger. August der Starke (1670 – 1733) hatte die Schatzkammer anlegen lassen. Aus gutem Grund, wie man heute sieht.
Es sollen kleinwüchsige Diebe gewesen sein. Ob das so ist, wie es augenscheinlich auf Videoaufnahmen nachvollzogen werden kann, werden die weiteren Ermittlungen zeigen.
Das dreiste Verbrechen rief das Landeskriminalamt auf den Plan. Die Behörde hat sich angesichts des Diebstahls einer Garnitur aus 20 diamantverzierten Stücken und einer Diamantraute mit Brillanten, angeblich bestehend aus 40 Teilen, zur Öffentlichkeitsfahndung entschlossen.

Der Sicherheitsdienst hatte um 4:59 Uhr die Polizei in Dresden informiert, nur 5 Minuten später war die erste Funkstreife nach der Einschätzung der Lage am “Grünen Gewölbe” eingetroffen. Ein paar Minuten später, gegen 5:10 Uhr, der Kriminaldauerdienst der Dresdner Polizei. Zeitgleich trafen 16 Funkstreifenwagen ein.

Straßenlaternen ausgefallen

Erst da fiel auf, dass es in der Nacht einen Stromausfall gegeben hatte. Die Täter hatten an der Stromversorgung manipuliert und hatten wohl vor der Tat einen Elektroverteiler in Brand gesetzt. Danach hatten sie Gitter durchsägt und waren zu den Vitrinen vorgedrungen.

Kurze Zeit später, nach dem Eintreffen der Einsatzfahrzeuge der Polizei um 5:15 Uhr, wurde gemeldet, dass ein Audi in einer Tiefgarage in der Kötzschenbroder Straße brannte, unweit des “Grünen Gewölbes” auf dem Weg zur Autobahn, angeblich ein stillgelegtes Fahrzeug, das wahrscheinlich gestohlen worden war. In der Umgebung des verbrannten Audis roch es nach Brandbeschleuniger, wie die Polizei später in einer Pressekonferenz bekundete. Zur gleichen Zeit wurde der Brand in dem Elektroverteiler untersucht, der den Stromausfall verursacht hatte. Erste Maßnahmen nach den flüchtigen Tätern liefen an. Die Bundespolizei, der Zoll, die Polizeidirektionen in Görlitz und Chemnitz , sowie in Brandenburg wurden in Maßnahmen einbezogen.


Ungeheure Barbarei an deutschem Kulturgut

Wie es dem Sicherheitsdienst entgehen konnte, dass die Täter offensichtlich in aller Ruhe einen der größten Kulturschätze Deutschlands kurzerhand mitnehmen konnten, macht betroffen und sprachlos. Natürlich geht die Sicherheit des Dienstes vor, jedoch sollte dann auch untersucht werden, wie die Täter in den Raum eindringen konnten, in dem sich die Schätze befanden. Und dass sie wahrscheinlich nur mit einer handelsüblichen Metallsäge agieren mussten, kann kaum nachvollzogen werden. Auch wenn man sich noch so müht, die absurde Situation zu verstehen.
Es sieht wie ein Insider-Job aus, der minutiös von den Tätern vorbereitet wurde.
Es erinnert an den Raub der Gemälde in Gotha in den 1970ern. Diese wertvollsten Bilder tauchten auch nie wieder auf.

Kurzzusammenfassung

Unbekannte stiegen in das Grüne Gewölbe ein und ließen schmuck im Wert von mehr als 1 Milliarde Euro mitgehen.

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