Deutschland

Die „Berliner Zeitung“: Der “stille Beobachter“ der alten Stasi -Seilschaften (2/3)

Bundesarchiv_Bild_183-1983-0325-037,_Festveranstaltung_SV_Dynamo,_Erich_Mielke.jpg

rs

Neben dem inhaltlichen Fehler, dass Krenz zu sechseinhalb Jahren verurteilt wurde, und zwar nach DDR-Gesetzen, zeigt dieses Zitat ein erstaunliches Maß an Chuzpe (Def.: HIER). Schließlich war es Krenz, der den Schießbefehl an der Grenze, die Unterdrückung von Millionen und den Stasi-Apparat politisch orchestrierte. Und in Zeiten linker medialer Dickhäutigkeit mal ein Beispiel, wie schief das wirklich auf jeden normal denkenden Bürger klingt.

„Adolf Hitler hat mit seiner sehr persönlichen Selbstmordentscheidung im April 45 Millionen Menschen selbstbestimmte, positive Lebenswege ermöglicht, die uns unter anderem diesen Text in dieser Zeitung veröffentlichen lassen. Dafür sind wir ihm dankbar und möchten fragen, ob es in gleichem Masse groß war, ihn neben anderen auch noch in Abwesenheit bei den Nürnberger Siegertribunalen zum Tode zu verurteilen.“

Klar geworden, wie das außerhalb linker Stalinistensphären ankommt???

Der Autor kennt sowohl ehemalige Stasi-Offiziere wie auch Stasi-Opfer.
Erstere taten ihre berufliche Pflicht, wie auch heute die Mitarbeiter des Verfassungsschutzes und der Sicherheitsbehörden. Ähnlich derer, die es auch im SS-Reichssicherheitshauptamt und der Gestapo taten, aus denen die BRD- und DDR-Sicherheitsdienste beide (!) hervorgingen. Das mag für den einen oder anderen neu sein, ist aber so. Lediglich die politisch verseuchten Mitarbeiter wurden entlassen/bestraft. Der Rest war schnell wieder in Amt und Würden. Experten in Zeiten des Fachkräftemangels nach dem Krieg.

Daher kommt den Stasi-Opfern bei Herrn Friedrich’s Einlassung eine besondere Bedeutung zu. Denn Herr Friedrich war kein Opfer. Er war einer derer, die politisch sehr aktiv und als Wasserträger die Zubringer von Informationen waren, die andere dann zum Stasi-/SED-Opfer machten. Es waren Petzen, Spitzel und Denunzianten. Es waren Verräter. Menschen niedriger Gesinnung im Mantel des vertrauensvollen Nachbarn, Freundes oder gar Familienmitglieds andere als IM (informeller Mitarbeiter der Stasi) verrieten. Zu allerlei persönlichen Vorteilen jeder Art. Es waren charakterversagende Egoisten, Opportunisten und Karrieristen. Mit Tarnnamen versehen; im Falle von Herrn Friedrich, Peter Bernstein, damit ihre Identität bloß nicht rauskommt. Warum wohl nicht? Weil die Nachbarn, Freunde und Nachbarn dieses Werk missverstehen könnten? Trotz aller politischer Aufklärung zur Notwendigkeit die allgegenwärtige Konterrevolution eindämmen zu müssen??

Natürlich waren manche IMs gezwungen mitzumachen. Erpressbare Menschen waren schon immer beliebte „Mitarbeiter“ als Spitzel. Nur war das wohl bei Herrn Friedrich anders. Er schrieb als NVA-Unteroffizier akribische Berichte über seine Kameraden. Jeder Soldat weiß um die Bedeutung der Kameradschaft. Ihren Wert bei Gefahr um Leib und Leben. Und eben diese Kameradschaft hat er verraten. Das ist eine Steigerung dessen, was den Spitzel an sich ohnehin unerträglich in jeder Gesellschaft macht.

Und dieser charaktervollendete und ideologisch gefestigte SED-Sympathisant, Krenz-Fan und DDR-Aktivist schreibt nun in seiner Zeitung ein Manifest, dass all das zu Nichte macht, was die Zeitung seit 30 Jahren versucht hat aus ihrer journalistischen Mitte zu verbannen. Weg vom staatlich-linken Hornbläser hin zu einem linken Presseorgan auf Basis der freiheitlich-rechtlichen Grundordnung. Das gelang nicht immer. Gelinde gesagt. Aber es war ein Bemühen zu erkennen. Immerhin. Das ist rundum anerkennenswert. Zumal die Belegschaft nach der Wende nicht sehr… „heterogen“ war.
Doch was bewegt nun einen Menschen dazu Geld in die Hand zu nehmen, ein linkes Traditionsblatt zu kaufen und 30 Jahre journalistische Aufbauarbeit in einer freiheitlichen Gesellschaft ad absurdum zu führen? Sogar Herrn Krenz über zwei ganze Seiten ausführlich zu Wort kommen zu lassen?
Man stelle sich vor, man hätte 1975 die überlebenden Nazis so „geehrt“. Was wäre gewesen, wenn es 1945 auch keine Todesstrafe gegeben hätte und man zwei Seiten im Nachfolgeblatt des „Völkischen Beobachters“ oder „des Stürmers“ hätte zu Wort kommen lassen. Ungefiltert. Was hätte uns ein Baldur von Schirach, Julius Streicher, Hermann Göring oder gar ein Rudolf Hess alles erzählen können? Zu ihrer Entscheidung den zweiten Weltkrieg zu Ende gehen zu lassen.
Auch hier schluckt jetzt wieder jeder. Man stelle sich vor, Göring hätte über seine kläglichen Versuche schwadroniert via Schweden mit den Alliierten Kontakt für Friedensverhandlungen aufzunehmen. Ähnlich dem Mythos des Albert Speer geplant zu haben Hitler in seinem Bunker zu vergasen.Was hätten sich zehntausende alter NS-Schergen gefreut endlich die schon lang vermutete Wahrheit zu hören.

Kurzzusammenfassung

Die Stasi und die aufgeklärte Geschichte ihrer ehemaligen Agenten, wirft ein Licht auf den Skandal-Verleger Holger Friedrich.

Man will es nicht glauben, wenn man die Äusserungen des Verlegers liest.

Sending
User Review
1 (4 votes)

Related posts

Wahl Special Bundestagswahl 2017 Teil 1

Die Redaktion

Erneut schwere Gewitter und Unwetter über Deutschland

Die Redaktion

Demokratie 3.0 -ein Land ohne Parteien

Die Redaktion

US-Militärbasis Ramstein muss zur Disposition stehen

Die Redaktion

Wenn Dealer zu Gutmenschen gemacht werden- St. Paulis Elend

Die Redaktion

St. Pauli – geordneter Niedergang der Zivilisation

Die Redaktion

Leave a Comment

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Unsere Webseite verwendet Cookies, mit dem Anklicken erklären Sie sich mit der DSGVO und der Cookie Police einverstanden Akzeptiert Lesen Sie mehr - hier

Diese Seite verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmst du dem zu. Datenschutzerklärung