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Im nie in Betrieb gegangenen Atomkraftwerk Zwentendorf in Österreich

Blick in den geöffneten Reaktor, fs/mcvth, kasaan media, 2019

Impressionen aus einem verstörend sterilen Ort, der heute, obwohl offiziell noch Betriebsstätte, eher ein Museum ist.

Das Atomkraftwerk Zwentendorf ging nie ans Netz. Nach einer Volksabstimmung bei der eine hauchdünne Mehrheit gegen die Inbetriebnahme des Meilers stimmte, stürzte fast der damalige Kanzler Bruno Kreisky, ein SPÖ-Urgestein. Er hatte zuvor versprochen zurückzutreten, wenn die Volksabstimmung gegen den Meiler ausfallen würde. Kreisky ging aus der Abstimmung 1978 gestärkt hervor und gewann die folgenden Wahlen.

Aus der Volksabstimmung wurde ein Gesetz – das berühmte österreichische Atomsperrgesetz von 1978. Später kam sogar eine Verschärfung des Gesetzes für ein Bundesverfassungsgesetz für ein atomfreies Österreich. Dieses Gesetz hat Verfassungsrang und ist zwischen allen politischen Gruppen und auch gesellschaftlich Konsens.

Der Meiler wurde still liquidiert, nachdem er etwa 14 Milliarden Schilling (mehr als 1 Milliarde Euro) gekostet hatte. Die jährlichen Unterhaltungskosten der Industrieruine lagen bei 600 Millionen Schilling (mehr als 40 Millionen Euro).

Seitdem ist der Meiler ein Museum des Grauens der Atomkraft, aber mittlerweile Träger von Solarzellen, die 180.000 kw/h im Jahr erzeugen sollen.

Der Siedewasser-Reaktor diente als Ersatzteillager für deutsche AKW’s gleicher Bauart. Die Verwaltungsgebäude dienten als Kaserne, Schule und auch als Herberge des Katastrophenschutzes. Es wurden auf dem Gelände des ehemaligen Atomkraftwerkes 2009 die Save the World Awards vergeben.

Zwentendorf ist ein besonderer Platz, der wohl besser als Museum dient als als AKW. Ein Monument falscher Energiepolitik.

Brennstabvorrichtung, fs/mcvth, kasaan media, 2018
Brennstabvorrichtung, fs/mcvth, kasaan media, 2019
Kühlung des AkWs, fs/mcvth, kasaan media, 2019
Generatoreinheit, fs/mcvth, kasaan media, 2019
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